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18/10/2026Die Geschichte eines tragischen Irrtums
Edimar Martins, ein 49-jähriger Maurer aus Imperatriz im Nordosten Brasiliens, verkaufte im Oktober 2024 sein gesamtes Hab und Gut. Nur einen Koffer mit wenigen persönlichen Dingen behielt er. Der Grund: Er wollte Jéssica treffen, eine junge blonde Frau, die er über soziale Medien kennengelernt hatte. Nach dem Tod seiner Mutter fühlte er sich einsam und glaubte, in Jéssica seine Traumfrau gefunden zu haben. Was er nicht wusste: Die Frau existierte nur als KI-generierte Figur auf einem TikTok-Account.
Am 9. Oktober 2024 bestieg Martins einen Bus Richtung Belo Horizonte, der Hauptstadt des Bundesstaates Minas Gerais , 2000 Kilometer von seiner Heimatstadt entfernt. Nach mehr als 36 Stunden Busfahrt kam er am 11. Oktober in der 2,4-Millionen-Einwohner-Stadt an. „Es gibt nichts Schlimmeres als Einsamkeit. Ich bin ihr gefolgt, um zu sehen, ob ich mein Glück finden kann“, erklärte er später dem lokalen Fernsehsender TV Mirante.
Ein TikTok-Profil mit 300.000 Followern
Die Figur Jéssica Oliveira präsentierte sich auf dem Account @JessicaFazendeira, der rund 300.000 Follower hatte. In Videos zeigte sie sich auf einer Farm, beim Schweinefüttern oder bei der Feldarbeit. Martins hatte Fotos und Videos von ihr gesehen und Nachrichten erhalten, die ihn glauben ließen, sie sei real. „Ich lebe allein hier auf meiner Farm und vermisse jemanden, mit dem ich reden und mein Leben teilen kann“, soll sie ihm geschrieben haben. In einem Video versprach die KI-Figur: „Ich möchte dich wirklich unterstützen, ich möchte, dass du auf meine Farm kommst und nie wieder in deinem Leben arbeiten musst.“

Verzweifelte Suche in der Großstadt
In Belo Horizonte angekommen, hatte Martins keine Adresse. Er zeigte Passanten auf der Straße Fotos von Jéssica und fragte, ob sie die Frau kennen würden. In der sechstgrößten Stadt Brasiliens war dies ein aussichtsloses Unterfangen. Schließlich wandte er sich an Rádio Itatiaia, den größten Sender der Region, um einen öffentlichen Aufruf zu starten.
Die bittere Wahrheit kommt ans Licht
Mitarbeiter klären über den Betrug auf
Bei der Radiostation erfuhr Martins die Wahrheit. „Sie sagten: Nein, das sind Fake News. Diese Frau existiert nicht“, berichtete er später. Die Mitarbeiter erklärten ihm, dass es sich um eine KI-generierte Figur handelte. Martins stand plötzlich ohne Geld, ohne Unterkunft und ohne Hoffnung in einer fremden Stadt. „So etwas darf nicht sein. Dagegen müsste es ein Gesetz geben, denn alle werden damit getäuscht“, sagte der enttäuschte Mann.
Betreiber weist Vorwürfe zurück
Als die Geschichte bekannt wurde, meldete sich der anonyme Betreiber des TikTok-Accounts zu Wort. Er behauptete, Martins habe lediglich ein Video gesehen und es als persönliche Einladung missverstanden. Ein direktes Gespräch habe es nie gegeben. In einem Video erklärte die KI-Figur selbst: „Ich bin aus künstlicher Intelligenz gemacht.“ Der Betreiber gab an, das Profil sei nur zum Sammeln von Followern erstellt worden, um später Produkte verkaufen zu können. „Die Absicht war, Engagement für den Verkauf zu gewinnen“, hieß es in einer Stellungnahme.
Kein Einzelfall in Brasilien
Laut Rádio Itatiaia war Martins nicht das erste Opfer solcher Täuschungen. In den Monaten vor seinem Fall waren bereits zwei andere Männer nach Belo Horizonte gereist, weil sie virtuellen Figuren geglaubt hatten, die Liebe oder Arbeit versprachen. Die Fälle zeigen, wie verwundbar einsame Menschen gegenüber solchen Täuschungen sind.
Risiken für einsame Menschen
| Warnsignal | Beispiel aus dem Fall | Was tun? |
|---|---|---|
| Keine persönlichen Treffen | Nur Nachrichten, keine Videoanrufe | Auf Videochat bestehen |
| Unrealistische Versprechen | „Du musst nie wieder arbeiten“ | Gesunden Menschenverstand nutzen |
| Fehlende Adresse | Nur vage Ortsangaben | Konkrete Details verlangen |
| Perfekte Bilder | Immer makellos, bauchfrei | Auf KI-Merkmale achten |
Hilfe und Rückkehr nach Hause
Die Stadtverwaltung von Belo Horizonte bezahlte Martins schließlich ein Busticket für die Rückreise in den Norden. Trotz der Enttäuschung hat er die Hoffnung nicht aufgegeben. „Ich bekomme viele Kommentare, in denen es heißt, ich sähe gut aus, ich sei wunderbar. Deshalb möchte ich allen sagen: Es ist gut, seinen Träumen zu folgen , aber bleibt immer aufmerksam“, erklärte er. Und er fügte hinzu: „Ich habe sie nicht gefunden. Aber ich werde eine andere Frau finden , dort, wo ich schon einmal war.“ Er plant, erneut nach Belo Horizonte zu reisen, diesmal aber vorsichtiger.
Quellen
- Brazilian Man Sold Everything, Travelled 1,900 Km To Meet His Dream Girl. She Was AI-Generated
- New York Post on X: "Bricklayer, 49, travels 1,200 miles for dream girl – only to discover she's AI-generated https://t.co/3GfstM3zuV" / X
- Brazilian man sells all, travels 1,200 miles to marry online girlfriend, discovers she was AI-generated
- Man Spends Entire Salary and Travels 1,300 Miles To Meet 'Dream Woman' Before Learning Truth
- Brazilian man sells all his belongings and travels 1,200 miles to meet online girlfriend he hoped to marry, only to discover she was an AI-generated farm girl seeking a partner – The Times of India




