
VOLTA: Wie KI gestohlene Daten nach Beute sortiert
05/11/2026Google hat seine Einstellungen für Schulen geändert: Verantwortliche können KI-Angebote für Schülerkonten abschalten. Wer Google Search nutzen will, muss jedoch auch bestimmte KI-Funktionen wie automatisch erzeugte Zusammenfassungen zulassen. Nach Kritik an der zunächst angekündigten Regelung erlaubt Google Search zwar als eigenständigen Dienst, aber nicht ohne diese KI-Anteile.
Für Schulen entsteht damit eine praktische Frage: Wie können Schüler Informationen suchen, ohne fertige Antworten aus KI-Zusammenfassungen zu erhalten? Eine einfache Einstellung, die Google Search vollständig von KI trennt, ist nach den vorliegenden Angaben nicht vorgesehen.
Was sich für Schulen ändert
KI-Angebote sind zunächst ausgeschaltet
Google kündigte am 3. November an, KI-Produkte für Schülerkonten an Schulen, die Googles Bildungssoftware nutzen, standardmäßig abzuschalten. Auch Google Search wäre zunächst nicht verfügbar gewesen. Schulen sollten die Angebote über Einstellungen ihrer Verwaltung ausdrücklich einschalten können.
Nach der Kritik änderte Google die Regelung noch am selben Tag: Schulen können Search aktivieren, ohne zusätzliche Gemini-Produkte freizuschalten. Dazu gehören laut den Berichten etwa Gemini, Gemini Notebook und Gemini in Classroom. Search bleibt allerdings mit KI-Funktionen verbunden.
Search allein heißt nicht Search ohne KI
Wer Search einschaltet, muss auch KI-generierte Zusammenfassungen in Kauf nehmen. Google begründet die Verbindung damit, dass Search und KI eng zusammenhängen. Die Wahl besteht daher nicht schlicht zwischen “Google Search” und “Gemini”, sondern zwischen keinem Zugang zu Search und Search mit bestimmten KI-Funktionen.
| Einstellung | Zugang für Schüler |
|---|---|
| KI und Search aus | Kein Google Search |
| Search allein an | Search mit KI-Funktionen |
| Weitere Gemini-Angebote an | Zusätzliche KI-Tools verfügbar |
Die Berichte nennen keine genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Verwaltungsoberfläche. Sie beschreiben aber die grundlegende Entscheidung: Schulverantwortliche steuern über Googles Verwaltungseinstellungen, ob Schülerkonten Search und weitere KI-Angebote nutzen können.
Warum Lehrkräfte und andere Kritiker protestieren
Die Sorge um eigenes Recherchieren
Lehrkräfte und Bildungsverbände befürchten, dass KI-Zusammenfassungen Schülern fertige Antworten liefern, bevor sie Quellen öffnen oder Informationen vergleichen. Das kann gerade bei Aufgaben problematisch sein, in denen Jugendliche lernen sollen, Belege zu prüfen und eigene Schlussfolgerungen zu ziehen.
Für viele Klassen ist ein Wechsel zu einer anderen Suchmaschine außerdem nicht automatisch einfach. Laut den Berichten nutzen Millionen Schüler Chromebooks und Google-Angebote im Schulalltag. Wenn Search dort fehlt, müssen Schulen klären, welche anderen Recherchewege sie bereitstellen.
Kritik an Googles Einfluss
Die American Federation of Teachers und die Interessenvertretung Fairplay kritisierten Googles Entscheidung. Auch Politiker äußerten sich ablehnend. Bernie Sanders nannte das Vorgehen “Erpressung”; die frühere Vorsitzende der US-Handelsbehörde FTC, Lina Khan, warf Google vor, seine Stellung bei der Suche für Druck auf Schulen zu nutzen. Das sind Vorwürfe der Kritiker, keine Feststellung über die Rechtmäßigkeit der Regelung.
Google verweist darauf, dass Schulen die Kontrolle über KI im Unterricht haben sollen. Der Streit dreht sich damit auch darum, wie weit diese Kontrolle reicht, wenn ein oft genutzter Suchdienst an KI-Funktionen gekoppelt ist.

So können Schulen die Entscheidung angehen
In vier Schritten die passende Einstellung prüfen
- Ziel festlegen: Soll Google Search für Schülerkonten verfügbar sein, oder will die Schule KI-Angebote grundsätzlich abschalten?
- Folge für Search klären: Wer KI vollständig deaktiviert, muss laut Googles Regelung auch auf Search verzichten. Wer Search einschaltet, erhält es mit bestimmten KI-Funktionen.
- Verwaltungseinstellungen prüfen: Die zuständigen Administratoren sollten die angebotenen Steuerungsmöglichkeiten für Schülerkonten durchsehen und festlegen, welche Dienste freigeschaltet werden.
- Klassen informieren: Lehrkräfte und Familien sollten wissen, welche Suchmöglichkeiten gelten und wie Schüler Quellen unabhängig von automatischen Zusammenfassungen prüfen sollen.
Das ist ein Entscheidungsablauf, keine Klickanleitung: Die verfügbaren Berichte erläutern nicht, welche Menüpunkte Administratoren auswählen müssen. Bei Fragen zur konkreten Einrichtung ist deshalb die schulinterne IT-Verwaltung die passende Anlaufstelle.
Recherche im Unterricht begleiten
Wenn Search verfügbar ist, können Lehrkräfte Rechercheaufgaben so gestalten, dass Schüler mehrere Quellen öffnen und Aussagen miteinander vergleichen. Eine einfache Regel hilft: Eine Zusammenfassung ist ein Einstieg, aber kein Beleg. Schüler können notieren, welche Quelle eine Aussage stützt und welche Fragen offenbleiben.
- Bei Referaten: Schüler sammeln mehrere Quellen und erklären, warum sie diese für verlässlich halten.
- Bei Faktenfragen: Die Klasse vergleicht eine KI-Zusammenfassung mit den Seiten, auf die sie sich bezieht.
- Bei Hausaufgaben: Lehrkräfte können verlangen, dass Schüler ihren Rechercheweg und nicht nur das Ergebnis festhalten.
Google arbeitet laut TechCrunch außerdem an einem “Guided Learning”-Werkzeug für Schülerkonten in Search. Es soll Lernende durch eine Aufgabe führen, statt direkt eine Lösung auszugeben. Als Beispiel nennt der Bericht eine Mathefrage, bei der das Werkzeug an Regeln zum Teilen von Exponenten erinnern könnte. Die Funktion wird als in Arbeit beschrieben; ob und wann sie Schulen zur Verfügung steht, geht aus den Berichten nicht hervor.
Quellen
- Google Will Turn Off Search for Schools That Reject A.I. – The New York Times
- Google will let schools turn off AI, but they may also lose Search | CNN Business
- Google to shut off search for schools that opt out of AI
- Google faces backlash for plan that would turn off Search for schools that restrict AI | TechCrunch
- Google responds to political backlash over removing search from schools that ban AI




